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Beim 2. Kind schlauer?

Geschwisterliebe
Geschwisterliebe

 

 

Viereinhalb Jahre liegen zwischen meinen Söhnen.

Genug Zeit in denen ich alles Wichtige lernen konnte sollte man meinen.

Doch was ist nun als 2-fach Mami wirklich einfacher  oder startet man bei jedem weiteren Kind wieder bei Null?


Im Sommer 2013 kam Luka zur Welt.

Mehr dazu erfährst Du im zukünftigen Blogbeitrag: „The Day... Luka was born“!


Da war Er. Mein Sohn. Mein Erstgeborener. Mein Herz. Mein Ein & Alles.


Er war ein sogenanntes „Anfängerbaby“.

Keine Koliken, keine Probleme mit dem Kinderwagen oder Autofahren, er schlief sehr schnell sehr gut und auch durch, lernte flink Krabbeln und Laufen, hatte und hat bis heute keine Probleme mit 2 Muttersprachen, war schon immer ein toller Esser (sowohl als Stillkind als auch später), hatte keine Probleme mit dem Zahnen, und und und...


Natürlich gab es auch einige anstrengende Tage oder gar Phasen mit ihm. 

Besonders in den ersten Wochen und Monaten merkte ich, dass er schnell von all den Reizen in unserer Welt wie Geräuschen, Gesichter, Farben und Formen überfordert war. Wenn es zu viel war merkte ich es daran, dass er kaum in den Schlaf fand und viel schrie um seinem Babyfrust Luft zu machen ehe er es in einen erholsamen Schlaf schaffte. Die „berühmte“ Schreistunde dauerte bei uns dann gern auch mal 2-3 Stunden am Abend. Das hat mich fertig gemacht, weil ich ihm so gern geholfen hätte, aber nicht wusste wie. Für uns Erwachsene sind all diese Reize ja normal. Was also ist noch ok für Babys und ab wann wird es zu viel? 

Irgendwann merkte ich, dass ihm ein Spucktuch/Mulltuch über den Augen half, das Erlebte schneller zu verarbeiten und sich zu entspannen. Diese Tücher waren bis er anderthalb Jahre alt war meine und seine „Rettung“.


Doch wie haben mir all diese Eindrücke und Erfahrungen bei meinem 2. Kind geholfen?

Erstmal waren sie keine echte Hilfe. Denn, und auch wenn das ja jeder schon weiß, jedes neue Kind bringt eine ganz eigene und oft total andere Persönlichkeit mit in die Familie. Und das ist doch auch gut so. Man muss sich kennenlernen und sammelt weitere Erfahrungen. 


Mein Jüngster ist das beste Beispiel hierfür. Er brauchte von Anfang so viel Körperkontakt, Nähe und Kuscheleinheiten und war noch sehr viel schneller reizüberflutet als mein Großer. Er muss sehr oft vor dem Schlafen schreien und fordert zum Einschlafen viel Körperkontakt. Auch das Ablegen am Tag klappt bis heute (er ist fast 3 Monate alt) nur sehr selten, denn meist wacht er nach wenigen Sekunden oder Minuten schon auf und will zurück auf den Arm. 

So schön es auch ist und so sehr ich diese intensive Beziehung genieße, so anstrengend ist es auch. Duschen mit Baby auf dem Arm klappt nicht und auch kochen, Brote schmieren, den Großen anziehen oder ausziehen, etc. klappt mit nur einem verfügbaren Arm nur so semi gut. 


Schnell wurde ich eine Tragemama. Kind im Tuch oder in der Trage, vorne oder auf dem Rücken ganz egal. Er liebt es und schläft sehr gut beim Tragen. 


Nach wie vor hat er nur recht wenige und dann meist nur sehr kurze Wachphasen in denen er zwar alles Neue förmlich aufsaugt und so viel lacht und Zufriedenheit ausstrahlt, aber sehr schnell schon überfordert ist. 


Tatsache ist, mein 2. Kind fordert sehr viel mehr von mir, als es mein Großer tat. An den meisten Tagen bleibe ich mit ihm noch zu Hause um den Tag so ruhig und angenehm wie möglich für ihn zu gestalten, auch wenn selbst das manchmal schon zu viel für ihn ist. Kinderwagen und Autofahren ist ein Graus, er schreit. Da fehlt ihm wohl einfach der Körperkontakt und die Geborgenheit. 

Die bekommt er so lange er will und doch probieren wir das Autofahren und den Kinderwagen immer mal wieder aus. Langsam gewöhnt er sich daran, aber nur sehr langsam. 


Also, Du siehst, das erste Kind bereitet einen nicht immer genau auf das was noch folgt vor. 


Was ich aber gelernt habe ist:


            G E L A S S E N H E I T


Ich bin so viel entspannter als beim ersten Kind. Ich ertrage auch gern mal das Geschrei in meinem Arm, wenn ich nichts weiter tun kann als Nähe zu spenden. Und ich verkrafte auch besonders anstrengende Nächte viel besser als früher. 


Man lernt aus den vergangenen Fehlern und Erfahrungen. Blöd nur, man macht dafür leider andere Fehler und muss ganz neue Erfahrungen sammeln. Wäre ja sonst auch viel zu einfach. Ein ständiger Lernprozess für die ganze Familie. 


Für nichts auf der Welt möchte ich jedoch diese Erfahrungen eintauschen. Sie machen mich stärker und helfen mir meine Kinder zu individuellen Persönlichkeiten zu erziehen und sie auf ihrem Weg zu begleiten. 

 




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