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The Day... Maksim was born

Samstag, 13. Januar 2018

6Uhr morgens: 
Ich wache auf und verspüre eine innere Unruhe. Irgendetwas ist anders, denke ich noch...
Schon ein paar Minuten später, schießt es mir durch den Kopf: Heute ist es soweit!
Nenn es Bauchgefühl, weibliche Intuition oder Vorahnung, ganz egal, aber ich war mir sicher, dass mein kleiner Schatz sich am heutigen Tag auf den Weg machen würde.

7Uhr morgens: 
Noch ist alles ruhig. Keine Wehen oder ähnliches, aber an Schlaf ist nicht mehr zu denken, ich bin viel zu aufgeregt!
Darum lass ich mir erstmal ein heißes Bad einlaufen und versuche zu entspannen.

7.15Uhr morgens:
Ich sitze noch immer in der Badewanne und plötzlich muss ich schwer atmen, aber das vergeht nach kurzer Zeit wieder zum Glück.

7.20Uhr morgens:
Schon wieder. Der Atem geht schwer und da merke ich auch, dass mein Bauch hart wird. 
Moment mal, denke ich, könnten das Wehen sein?
Bei meinem Großen waren die von 0 auf 100 sofort da und sehr schmerzhaft. 
Jetzt aber konnte ich noch sehr gut veratmen.
Also stimmte es, heute war der Tag der Tage.
Ich weckte meinen Mann, damit er die Großeltern anrief. Diese sollten nämlich den Großen abholen und zu sich nehmen für die Geburt. 

7.45Uhr morgens:
Ich bin nun nicht mehr baden. 
Die Wehen kommen plötzlich in sehr kurzen Abständen und sind heftig. Veratmen kann ich kaum noch, zu groß ist der Schmerz.
Alle 3-4 Minuten Wehen. Wo bleiben nur die Großeltern, denke ich. Das geht alles schneller als ich dachte...

8Uhr morgens:
Die Wehen kommen alle 2-3 Minuten und sind kaum noch auszuhalten. Ich will ins Krankenhaus. 
Mein Mann ist hektisch und macht sich und den Großen fertig und versucht mich zwischendurch etwas zu beruhigen.
Ich wiederum versuche den Großen zu beruhigen. Aber das ist gar nicht nötig. 
Er weiß schon alles. Wir haben ihn in meiner Schwangerschaft gut vorbereitet. Er weiß, dass es erstmal schmerzhaft wird für mich, aber das es dazugehört und ein wichtiger Schmerz ist, auf dem Weg zum Brüderchen.

8.20Uhr morgens:
Endlich. Die Großeltern sind da und nehmen Luka gleich mit.
Ich halte die Schmerzen kaum noch aus. Ich will unbedingt ins Krankenhaus. Wieso musste ich mir beim Baden denn noch die Haare waschen? Es ist sehr kalt draußen und ich muss Sie mir unter Schmerzen trocken föhnen. Das dauert fast 5 Wehen!

8.30Uhr morgens:
Mein Mann bringt schon mal die Kliniktasche und den Babysitz ins Auto, während ich in der Wohnung noch einige Wehen abwarte.

8.35Uhr morgens:
Mein Mann holt mich in der Wohnung ab und hilft mir zum Auto. Im Auto angekommen verbiete ich ihm loszufahren, während ich noch 2 heftige Wehen überstehe.
Dann wird’s plötzlich ruhiger. Die Wehenintensität lässt im Sitzen nach und ich erlaube meinem Mann endlich loszufahren.

8.49Uhr:
Nach einer 5-Minütigen Autofahrt ins Krankenhaus, lass ich mich von ihm vor dem Kreißsaal absetzen. Er soll parken und mit der Kliniktasche nachkommen.

Fortsetzung:

Eine Wehe veratme ich noch im Empfangsbereich der Frauenklinik des Krankenhaus. Zum Glück ist es Samstagfrüh und noch niemand da. 

Ich klingel am Kreißsaal und werde von einer sehr jungen und freundlichen Hebamme begrüßt und gefragt, das wievielte Kind ich denn erwarten würde. 

Mist, ich merke in dem Moment, dass ich den Mutterpass vergessen habe. Ich! Wo ich alles durchplane und für alles Listen habe, hab doch tatsächlich den Mutterpass vergessen. 
Zum Glück bin ich bereits im Krankenhaus angemeldet und hab dort alle Unterlagen bereits ausgefüllt. Den Mutterpass sollen wir nach der Geburt nachreichen. 

9Uhr: 
Ich werde erstmal in ein Vorwehenzimmer gebracht, obwohl ich mir sicher bin wir hätten auch gleich in den Kreißsaal gehen können.

9.10Uhr: 
Die erste Hebammenuntersuchung erfolgt. Und der ernüchternde Befund: Nur 4cm Muttermundsöffnung! 4cm und noch 6cm mehr braucht es. Das hat mich umgehauen, dachte ich doch, mir würde der Kleine bereits fast rauspurzeln.

Ich verlangte eine PDA, das könnte sich ja noch einige Stunden hinziehen bis es in die Presswehen ging und die Schmerzen waren jetzt schon fast unerträglich.
Die Antwort war, ich solle in 10 Minuten nochmal untersucht werden und dann würde man gegebenenfalls den Anästhesisten rufen, damit man mir eine PDA legen könne. 
Die Schmerzen waren die Hölle. Veratmem konnte ich gar nichts mehr. Ich schrie den Schmerz raus. 
Mein Mann wies mich noch liebevoll in einer Wehenpause daraufhin, dass ich ruhig alles rauslassen soll ohne mir Gedanken zu machen, die Decke hatten einen Schallschutz.
Gut zu wissen, anderenfalls wäre ich natürlich leiser gewesen. NICHT!!!

9.25Uhr: 
Die 2. Untersuchung folgte von einer anderen etwas älteren Hebamme. Die mochte ich gleich. Klare Ansagen und doch freundlich dabei, mit der nötigen Prise Erfahrungen. Die sollte mein 2. Kind entbinden. Ich fragte sie und obwohl immer die Hebamme entbindet, die einen in Empfang nahm, stimmte sie zu. Was für ein Glück!
Plötzlich ging alles recht schnell. Der Muttermund war in den letzten 10/15Minuten um weitere 4cm aufgegangen. War das zu fassen?!? Nichts mit, es dauert noch einige Stunden.

9.40Uhr: 
Nun war der Muttermund vollständig geöffnet. Ich sollte daher schnellstmöglich in den Kreißsaal rüber. Aber nichts ging mehr. Laufen war unmöglich. Ich ließ mich zurück auf das Bett im Vorwehenzimmer fallen und wusste, hier bekomme ich mein Kind. 

9.45Uhr: 
Ich presste wie verrückt, aber nach jeder Wehe merkte ich, wie der Kopf zurück ins Becken rutschte. Ich war frustriert und presste permanent auch ohne Wehen.

Die Hebamme merkte schnell, dass ich positive Gedanken und etwas Hilfe brauchte. Mit anfeuern und genauen Ansagen, presste ich nun und es tat sich was. Ich merkte jedes Stadium und jeden zurückgelegten Zentimeter des Kleinen und wusste, es kann nicht mehr lange dauern. Der Schmerz war zwar noch da, aber nicht mehr übermächtig. Ich war Herr der Lage und tat nun instinktiv das Richtige. 
Mein Mann hielt mir die Hand, na gut, ich zerquetschte sie jedesmal fast, aber das störte ihn nicht. Er fieberte mit.

Fortsetzung 2

9:50Uhr: 
Alles ging jetzt schneller und ich fühlte mich unglaublich gut, trotz der Schmerzen. Ich fühlte, dass es dem Kleinen gut ging und er immer weiter durch den Geburtskanal rutschte.

9.55Uhr: 
Ich flehte die Hebamme nochmal inständig an, dass sie auf meinen Damm achten solle. Ich wollte weder reißen noch geschnitten werden. Das ich mir darum während der Geburt echt Sorgen machte, kommt mir jetzt so surreal vor. Aber ich wurde ernst genommen und das gab mir ein gutes Gefühl.

9:57Uhr: 
Die Hebamme rief: „In der nächsten Wehe kommt der Kopf!“ und so war es. Ein Meilenstein, der Rest war nur noch Formsache. Ich merkte noch, wie die Hebamme den Druck auf den Damm vor dem Kopfaustritt „entlastete“ und dann hörte ich schon, wie viele tolle schwarze Haare er hat und dass er ein Sternengucker ist. Er kam also gleich mit dem Blick nach oben zur Welt. Maksim wollte von Anfang an nichts verpassen. 

9:59Uhr: 
Maksim ist geboren und der Schmerz hörte schlagartig auf. Erst jetzt realisierte ich alles und wollte sofort mein Kind auf die Brust bekommen. Ein toller Moment und auch mein Mann war ganz still geworden und kostete diesen wundervollen Moment aus und ich sah ihm an, wie stolz und glücklich er war. So lagen wir noch eine ganze Weile und sagten kein Wort. Wir schauten ihn einfach nur an, er war wach und ganz friedlich. Er musste erstmal in der Welt ankommen und dabei werden wir Dich, Maksim, ab sofort jeden Tag mit ganz viel Liebe begleiten.

Fazit: 
Die Geburt dauerte keine 3 Stunden und sowohl der Kleine als auch ich waren vollkommen fit. Keine Geburtsverletzungen wie ich sie beim Großen hatte, trotz ähnlicher Größe und nahezu identischem Gewicht. 
Rückblickend war es tatsächlich eine schöne Geburt und ich bin stolz auf alles was mein Körper in der Schwangerschaft, unter der Geburt und auch im Wochenbett geleistet hat. 

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