· 

Reisen in der Elternzeit - Familienerlebnis auf dem Schiffgiganten AidaNova

1 Woche Aida-Kreuzfahrt auf die Kanaren & Madeira mit der ganzen Familie 

Mann und Kinder (31 & 34Jahre alt, 1 Jahr & 5 Jahre). 


Eines vorneweg, es war der erlebnisreichste Urlaub der letzten Jahre, aufregend und spannend. 

Und zugleich einer der anstrengendsten Urlaube! 


Anreise: Von Berlin nach Gran Canaria mit Germania

Es war ein super entspannter (Direkt-) Hinflug.


Das hätten wir so nicht erwartet. 

Der Check-In lief schnell und reibungslos, das eine Kind schlief im Flugzeug 2 Stunden lang noch ehe wir in der Luft waren und dank Offlinemodus von Netflix war das andere Kind auch bestens beschäftigt.


Auf Gran Canaria angekommen erwartete uns ein privater Shuttle-Kleinbus, welcher uns zum Schiff, zur Aida Nova, brachte.


Am Hafen angekommen ging auch der Check-In, die Kofferabgabe und der erste Schiffgang super schnell & unkompliziert. 

Trotz allem waren wir erschöpft und nahmen uns eine halbe Stunde Zeit zur Entspannung in unserer Verandakabine Comfort eh wir das erste Mal das Schiff erkundeten. 


Die Aida Nova ist ein Gigant. 

18 Stockwerke erreicht man mit dem Fahrstuhl. 17 Restaurants, ein ganzes Deck für Familien mit Kindern vom Baby- bis Teenageralter. Platz für ca. 6.000 Menschen und trotzdem verlief es sich an Bord ganz gut. Shows, Bingo, Kids-Programm, Publikums-Shows, Dinnershows, viel Essen, Partys, Livemusik, und und und... 


Der erste Rundgang ließ uns etwas sprachlos werden und es fiel uns am ersten Tag sichtlich schwer die Orientierung zu behalten. Das bessert sich jedoch schnell und als Familie ist das Deck 16 mit Kidsclub, Poollandschaft, Wasserrutschen, Familienrestaurant, etc. eh erstmal am Wichtigsten und daher leicht zu merken. Sogar für unseren 5-jährigen Sohn! 

1. Tag: Seetag

Verandakabine Comfort
Verandakabine Comfort

So sah unsere Kabine aus.


Ehrlich gesagt hatten wir sie uns größer vorgestellt. 

Aber was haben wir auch erwartet mit einem Zustellbett für den Großen und einem Babybett für den Kleinen in der Kabine... Da schwindet dann auch das letzte bisschen Platz auf ein Minimum dahin.

Die Herausforderung war hier, dass jeder seinen Freiraum und seine geforderte Nähe zueinander im gewünschten Maß erhält. Das war leider nicht immer so möglich wie wir uns das gewünscht hätten. 


Absolutes Kabinen-Highlight: Die Veranda mit Hängematte!


Den ersten Tag auf See nutzten wir um das Schiff weiter kennenzulernen, den Kidsclub und den Babyclub auszutesten und uns mit den diversen Restaurants auseinanderzusetzen.

Ich holte mir Anregungen für die Landtage vor Ort, im Bord Portal über mein Handy und im Internet auf der Facebookseite. 

Denn mit 2 Kindern, von denen eines noch nicht laufen kann, sind die Möglichkeiten nicht endlos. Mehrstündige Ausflüge, egal ob zu Fuß, mit Bus oder Mietwagen, sind einfach nicht drin.

Kurz & knackig musste es sein. Trotzdem wollten insbesondere mein Mann und ich möglichst viel von den einzelnen Orten sehen, an denen wir anlegen würden.

Was wir letztlich wo unternommen haben, schreibe ich zu den jeweiligen Tagen und einige Tipps bzgl. der Landgänge mit Kids kommen nochmal in einer Extrarubrik. 

2. Tag: Funchal auf Madeira (Portugal)

Madeira, Du Schönheit!
Madeira, Du Schönheit!

Unser absolutes Reise-Highlight kam gleich zu Beginn der Reise - 


Madeira!


Es hat uns umgehauen. 


Der perfekte Mix aus Küste, Palmen, City, Bergpanorama, Meer, Altstadtflair, modern und alt zugleich.


Wir sind zu Fuß vom Schiff entlang der Küstenstraße gelaufen. Unser Ziel war die Seilbahn hoch nach Monte.

Vorher bogen wir jedoch in eine hübsch aussehende Fußgängerzone ein und liefen noch etwas im Stadtkern umher und besuchten die farbenprächtige Markthalle für Lebensmittel ehe wir zum Teleferico Funchal gingen und etliche Höhenmeter zurücklegen.

Selbst für mich, mit meiner Höhenangst, war die Aussicht während der Seilbahnfahrt traumhaft schön. 


Oben angekommen gingen wir am Botanischen Garten und am Monte Palast vorbei, ohne hineinzugehen. Das erschien uns mit 2 Kindern zu stressig. Stattdessen setzten wir uns auf einen leeren Platz in ein niedliches kleines Café, tranken Sprite & Kaffee und genossen die Sonne. Zu unserer Überraschung: Touripreise Fehlanzeige! 



Im Anschluss gingen wir zu dem Platz weiter an dem man mit Korbschlitten den Berg hinunter gefahren wird. Dies empfahlen etliche in den sozialen Medien und es war sogar machbar mit Baby in der Trage bzw. auf dem Schoß und Kleinkind. Den Buggy haben die netten Herrn mit dem Schlitten-Transport nach unten gefahren. 


Die ca. 10-12 Minütige Fahrt hat unglaublich viel Spaß gemacht und kann ich trotz des sehr hohen Preises von 55€ für eine 4-köpfige Familie, absolut empfehlen. Aber unbedingt einzuhaltender Tipp, den wir selbst leider nicht beherzigt und später bereut haben: Von dort wo man dann mit dem Schlitten ankommt unbedingt ein Taxi in die City bzw. zum Schiff nehmen. 

Das traumhaft schöne Wetter, die fantastische Aussicht bergab über die Altstadt und das Meer, ließen uns leichtsinnig werden. "Ach, so weit kann das ja gar nicht sein, zurück in die Stadt runter!" IRRTUM. 

Nach 25 Minuten wirklich sehr steil bergab, was mit Buggy einem Sportprogramm ähnelte, in der prallen Sonne, machte als erstes der Große schlapp und dann ich. Und laut Google maps hatten wir gerade mal die Hälfte, wenn überhaupt, geschafft. Doch kein Taxi weit und breit. Standen sie am Endpunkt der Korbschlittenfahrt massenhaft bereit, gab es bergab nun nichts mehr außer schönen Wohnhäusern, toller Aussicht und viel Sonne ohne Schatten. Ohne Kids und Buggy wäre das bestimmt gegangen, aber so... 

Wir weckten einen Taxifahrer in seinem Auto, der gerade Siesta machte und baten darum mitgenommen zu werden. 

Sogleich kamen weitere Familien und baten ihn darum, weitere Taxen zu rufen. 

Wir waren also nicht die Einzigen, die die Strecke zurück unterschätzt hatten. 


Unten an der Promeda angekommen, mussten wir uns dann ganz schön beeilen, denn der Große hatte sich zu einer Aktivität im Kidsclub angemeldet (Piratenschatzsuche). 


Trotz des langen & anstrengenden Rückweges, war es ein fantastischer Tag und zurück blieb bei meinem Mann und mir der Wunsch, eines Tages wiederzukommen. Dann aber länger als nur einen Tag. 




Zurück auf dem Schiff machten der Kleine und ich ein Schläfchen in der Hängematte auf unserer Veranda und ließen den Tag so langsam ausklingen während mein Mann das Schiff weiter erkundeten und der Große auf Schatzsuche im Kidsclub war. 

4. Tag: Santa Cruz de Tenerife

Na, wem ist es aufgefallen? 

Richtig, der 3. Tag fehlt in der Aufzählung. 

Dieser Tag war auch ein Seetag und wurde zum Schwimmen, für eine Mama-Sohn-Massage im Spa und Essen gehen genutzt. Erholsam, aber wenig spannend. 


Teneriffa:

Wir gingen nachmittags von Bord ohne den Großen.

Der hatte nach Madeira keine Lust mehr auf lange Spaziergängen durch eine Altstadt und Erkundungstouren, sondern wollte lieber in den Kids Club. 

Uns war es recht, so hatten wir nur ein nörgeliges Kind dabei statt 2 😜


Wir schlenderten etwas in der Nähe des Hafens umher, fanden eine Fußgängerzone und los ging es. 


Erste Ernüchterung: Die meisten Läden kennt man bereits aus Deutschland. Außerdem ging es erstmal steil bergauf, was mit Kinderwagen doch schon ein gutes Sportprogramm darstellt.

Wir wollten zudem noch Windeln und Babymilch kaufen. Aber eine Drogerie fanden wir hier nirgends.

Auf Nachfrage bei einer Einheimischen mit Kind, wurden wir zu einem "Supermercado" gelotst. 

Mit recht günstigen einheimischen Windeln und sehr teurer deutscher  Bio-Babymilch von Holle ging es dann langsam auch wieder Richtung Schiff und den Großen aus dem Kids Club abholen.


Santa Cruz auf Teneriffa erschien uns schon sehr touristisch. Die Fußgängerzone war nett, aber hat uns leider nicht umgehauen. Ganz anders auf Madeira, wo wir uns manchmal kaum entscheiden konnten in welche der vielen niedlichen Gassen wir nun langschlendern sollten.

Vieles ist mir aus Santa Cruz daher leider nicht im Gedächtnis geblieben, schade.

Hier hätte sich, um die Insel besser kennenzulernen,  wohl ein richtiger Ausflug gelohnt . 

Gerade meine Schwiegereltern, welche viel reisen, haben bisher nur Gutes über Teneriffa berichtet.

An diesem Tag waren wir jedoch (noch?! ) nicht schockverliebt in die Insel. 

Fußgängerzone
Fußgängerzone
Da läuft wohl bald jemand richtig!
Da läuft wohl bald jemand richtig!

5. Tag: Puerto del Rosario auf Fuerteventura

Aida Nova ist länger als der längste Bootsanlegersteg im ganzen Hafen😆
Aida Nova ist länger als der längste Bootsanlegersteg im ganzen Hafen😆

2011 ging einer unserer ersten gemeinsamen Urlaube als Pärchen nach Fuerteventura.

Eine schöne Inseln, wenngleich man in kurzer Zeit, insbesondere mit Mietwagen, nahezu alles gesehen hat auf der Insel. 


Direkt neben dem Hafenanleger konnte man schon vom Schiff, einen herrlichen, fast leeren Strand entdecken.

Perfekt mit Kids. Der Strand liegt keine 10 Minuten vom Schiff entfernt und ist auch ohne Shuttlebusse erreichbar. 


Wir hatten hier einen wunderbaren Strandtag mit Sand zwischen den Zehen und ganz viel Platz zum Toben, Krabbeln, Hinlegen, Spazieren... 

Vormittags fielen noch ein paar Regentropfen, aber nachmittags zeigte sich dann strahlender Sonnenschein.


Der perfekte und stressfreie Tag am Strand. 


6. Tag: Arrecife auf Lanzarote

Per Shuttle ging es in die City.

Wobei City wohl zu viel gesagt wäre... Es standen viele Gebäude leer und auf den Straßen war nicht viel los, aber nach einigen Gehminuten entdeckten wir einen süßen Meerausläufer mit kleinen Booten darauf und einige kleine Cafés und Restaurant. 

Hier wird fleißig das Laufen geübt
Hier wird fleißig das Laufen geübt

Gern wäre ich zu den noch aktiven Vulkanen im Norden bzw. Süden mit echter Lava, Vulkangesteinen und Schwefelrauchschwaden gefahren, aber allein die Busfahrt vom Hafenanleger bis dorthin dauert bis zu 2 Stunden. Allein die 15 Minuten im Shuttlebus sind schon anstrengend, da ein 1-Jähriger schlichtweg anderes im Sinn hat als Stillsitzen und aus dem Fenster schauen. 


In der Innenstadt fanden wir zufällig einen niedlichen einheimischen Kinderschuhladen und schlugen für beide Kinder mit tollen und preiswerten Lederschuhen zu. 


Wir sind noch ein wenig an der Küstenpromenade langspaziert und erlebten wie sich das Wetter innerhalb einer Stunde von sonnig, verregnet zu extrem windig und wieder zu sehr sonnig veränderte. Und wurden Zeuge eines traumhaft schönen Regenbogens. 





Heimreise nach Berlin
Heimreise nach Berlin


Germania ist mehr als empfehlenswert (Edit: Nur 2 Wochen nach unserem Urlaub meldet Germania Konkurs an - Glück gehabt) und wir hatten sehr verständnisvolle Mitreißende im Flugzeug. Die brauchten wir auch, da der Kleinste nicht eine Minuten schlief obwohl er todmüde war und seine Laune dementsprechend übel war.

Zu Hause angekommen waren alle ganz schön glücklich und zufrieden und irgendwie auch ganz schön erschöpft vom Urlaub. 

Fazit

Würden wir die oder eine ähnliche Aida-Reise nochmal machen als Familienurlaub?


Jein! 

Das Schiff gefiel uns im Großen und Ganzen sehr gut. Es gab viel Program, viele Restaurants, viel Essen, viel für Familien - Es gab einfach viel von allem. 


Die Route war ganz ok. Bis auf Madeira und Fuerteventura jedoch leider ein wenig unspektakulär. 


Die Crew und das Schiff haben viel daran gesetzt einem den Urlaub so angenehm wie möglich zu gestalten. 


Aber alles hilft nichts, wenn den Kids das schlichtweg egal ist. Wenn einer im Urlaub krank wird, die Bockphase so richtig einsetzt, die liebevollen Betreuer im Babyclub alles geben, aber das Baby keine Lust hat, man sich in einer beengten Kabine mehr als einmal gegenseitig auf die Füße tritt, Schlafzeiten des Babys berücksichtigt werden müssen und in Einklang mit den Öffnungszeiten der Restaurants zu bringen sind, man sich auch mit kleineren und überschaubaren Landgängen zufrieden geben muss aber eigentlich mehr will und man die Abende an Bord meist getrennt verbringt (einer bei den Kids und einer unterwegs auf dem Schiff). 


Sicherlich spielten hier einige Faktoren etwas gegen einen super entspannten Familienurlaub, welche nicht beeinflussbar sind wie beispielsweise ein krankes Kind, aber trotz allem würden wir nochmal mit der Aida und auch mit der Aidanova verreisen. 

Liebend gern jedoch eine andere Route und mit älteren Kids, aber definitiv wird es uns irgendwann mal wieder auf eine Kreuzfahrt ziehen. 

Meine Traumroute wäre ja definitiv die durch die Karibik, aber da werde ich noch etwas Überzeugungskunst bei meinem Mann leisten müssen, der den Flug einfach zu lang findet😜




Kommentar schreiben

Kommentare: 0